Die Internationale Rote Hilfe (IRH) erklärte 1923 den 18.3. zum "Internationalen Tag der Hilfe für die politischen Gefangenen".
Seitdem 1996 Libertad! [1] und andere Initiativen sowie die Rote Hilfe e.V. [2]wieder einen Tag für die Freiheit der politischen Gefangenen und gegen Repression und staatliche Unterdrückung initiierten, finden jedes Jahr bundesweit vielfältige Aktionen, Veranstaltungen und Demonstrationen zum Thema statt.
So auch 2005.
Wir sind nicht alle - es fehlen die Gefangenen! Freiheit für alle politischen Gefangenen weltweit!
Geschichte des 18.3. - damals
Der 18. März als Kampftag für die Freilassung aller polit. Gefangenen knüpft an die Tradition der ArbeiterInnenbewegung an.
Der 18. März 1948 steht für die Kämpfe des neu entstandenen Proletariats gegen die alten Herrscher und auch die neu entstandene Bourgeoisie. Am 18. März 1971 übernahm die Nationalgarde in Paris die Macht und läutet somit den Beginn der Pariser Commune ein. Beide Versuche, sich von den Fesseln der Herrschaft zu befreien, werden brutal niedergeschlagen. So kostete die Rache der französischen Bourgeoisie 25000 Menschen das Leben, 3000 starben in den Knästen, 13700 wurden verurteilt, die meisten zu lebenslänglichen Strafen. Dieser Tag wurde zuerst Tag der Pariser Kommune genannt.
1922 wurde auf dem IV. Weltkongress der kommunistischen Internationale die Internationale Rote Hilfe (IRH) gegründet und u. a. die Durchführung eines internationalen Tages der politischen Gefangenen beschlossen, der am 18. März 1923 erstmals ausgerufen werden konnte. Mit diesem Tag sollte vor allem das Bewusstsein und die Solidarität für die Lage der politischen Gefangenen weltweit erzeugt und verankert werden und auf diese Weise auch praktisch zum Ausdruck kommen. An diesem Tag gingen in den 20er Jahren in allen Ländern Menschen für die Opfer politischer Justiz auf die Straße, beispielsweise für die unschuldig in den USA zum Tode verurteilten Anarchisten Sacco und Vancetti. Der Faschismus machte der Begehung dieses Tages in Deutschland vorläufig ein Ende.
1933 wurde dieser Tag von den Nationalsozialisten verboten.
Geschichte des 18.3. - heute
Die Initiative griffen einige politische Gruppen in den 90er Jahren wieder auf, in einer Zeit, in der das Bewusstsein für die politischen Gefangenen langsam zu schwinden begann. Seit 1996 wird der 18. März als Tag der Solidarität mit den Gefangenen propagiert, an dem durch vielfältige Aktivitäten die Öffentlichkeit auf staatliche Unterdrückung und Repression aufmerksam gemacht wird. "(...) 1995, als beschlossen wurde, am 18. März einen bundesweiten Aktionstag durchzuführen, hatte der internationale Kampftag noch keine konkretere Gestalt angenommen. Ein bundesweiter Aktionstag sollte mit verschiedenen Aktivitäten unseren Widerstand gegen staatliche Unterdrückung, unmenschliche Behandlung, Folter und Todesstrafe in den Gefängnissen ausdrücken. Kein Ersatz für einen weltweiten begangenen Tag, sondern eine Initiative, auch in Deutschland einen Tag zu schaffen, wie er in vielen Ländern ohnehin besteht. Trotz der kurzen Vorbereitungszeit, war die Resonanz auch anderer Gruppen erfreulich. Schon beim ersten Aktionstag 18. März war es keine ausschließliche Aktivität von Libertad! mehr. Aus den Treffen mit den am 18.3.96 beteiligten Gruppen ist formuliert worden auch zukünftig den Aktionstag 18. März durchzuführen. Gerade auch wegen seinem historischen Bezug sowohl zur Revolution 1848 wie zur Pariser Commune 1871, was schon für die Rote Hilfe in den 20er Jahren Anlaß war, dieses Datum als "Tag der politischen Gefangenen" zu wählen. Gleichzeitig war ein Ergebnis der Diskussion, diesen Tag zukünftig allgemeiner gegen staatliche Unterdrückung und Verfolgung auszurichten. (...) [Zitat aus Vorwort der Libertad!-Broschüre 1996, leicht modifiziert]
[Dokumentation - die Pariser Kommune / nach Otto Rühle] [3] [Der "Rote Helfer" (Rote Hilfe Zeitung von damals) hierzu, 1926] [4] [Zur Sacco & Vanzetti-Kampagne] [5]
|