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Nazis machen gegen Gedenkveranstaltung in Sebnitz mobil
Posted Apr 16, 2005 - 06:04 AM


Durch Sebnitz wurden am 22. April 1945 Häftlinge des Konzentrationslagers Schwarzheide auf ihrem Todesmarsch nach Theresienstadt getrieben.
Das Gedenken an die Opfer ist am 29. April 2005 in Sebnitz Anlass für eine gemeinsame Veranstaltung des Evangelisch-Lutherischen Kirchenbezirkes Pirna und des Landkreises Sächsische Schweiz zum 60. Jahrestag der Befreiung. Dazu wird, auf einem "Pilgerweg der Jugend" in Rugiswalde ein neuer Gedenkstein für die Opfer des Todesmarsches eingeweiht. Aufgerufen sind alle BewohnerInnen des Landkreises, sich an der Einweihung des Gedenksteines zu beteiligen und von Sebnitz und Langburkersdorf nach Rugiswalde auf dem Teilstück der Strecke des Todesmarsches zu laufen um an der Einweihung teilzunehmen.

 Thomas Rackow
 Faksimile aus dem Stern 05/2005:
Thomas Rackow am Schreibtisch
Derzeit mobilisieren Nazis aus der Sächsischen Schweiz dazu, diese Gedenkfeiern massiv zu stören. Aktuell wird zu "dezentrale Aktionen" unter dem Motto "Wir feiern nicht" innerhalb der militanten "Freien Kräfte" und der Naziparteien gegen die Gedenkveranstaltung aufgerufen. Unter dem Aufruf findet sich ein Link zu einer neuen Internetseite "Freie Informationsplattform für Dresden & die Sächsische Schweiz" die dem Betreiber des nazistischen "Heimatschutznetzwerkes Sachsen" Thomas Rackow, auch bekannt als DuDu-Rackow, zugeordnet werden kann. Rackow betreut auf Anweisung des NPD-Kreisvorsitzenden und MdL Johannes Müller auch die Internetseite des NPD-Kreisverbandes Sächsische Schweiz und ist Mitglied der verbotenen Kameradschaft "Skinheads Sächsische Schweiz (SSS)". Im Februar wurde durch einen Hack der Internetseiten des "Heimatschutznetzwerkes Sachsen" bekannt, dass Rackow wenige Tage nach einer erneuten Hausdurchsuchung Anfang Dezember 2004, von einem Landtagsabgeordneten der NPD einen neuen Computer erhalten hat und dass (Originalzitat Rackow): „Die haben die Seitendaten der Elbsandsteinseite. (...) Direkte Daten der anderen Seiten oder Sicherungaskopien des Servers, oder gar Paßwörter haben die nicht, können mich also mit dem HSN direkt nicht in Verbindung bringen. Alle Daten, Providerverträge die ich habe ruhen nun sicher bei jemanden der Immunität hat.“

Dass solche Aufrufe und Drohungen ernst zu nehmen sind, zeigen vielzählige Beispiele von Anti-Antifa-Aktionen aus den letzten Jahren. So wurde von Nazis aus der Sächsischen Schweiz und Dresden eine Demonstration "Zeichen gegen Rechts" der "Aktion Zivilcourage Pirna" am 04.11.2000 massiv mit Steinen und Flaschen angegriffen. Gegen antifaschistische Demonstrationen am 12.06.2004 und 27.11.2004 in Pirna mobilisierten Nazis zu Anti-Antifa-Aktionen und schreckten auch vor Aufrufen, die Demonstrationen mit Säure anzugreifen, nicht zurück. Zu einer Wahlkampfveranstaltung der PDS am 11.09.2004 störten Nazis mit einem Transparent und bepöbelten Teilnehmer. Ebenfalls im September 2004 wurde eine antifaschistische Demonstration in Chemnitz, die sich gegen lokale Vertriebsstrukturen der Nazis richtet, u.a. von Nazis aus der Sächsischen Schweiz massiv angegriffen. Ein Konzert der Kampagne "Aufmucken gegen Rechts" im Pirnaer Jugendhaus HANNO am 22.01.2005 wird von Nazis gestört und nachher in einer Kampagne der lokalen NPD in der "Pirnaer Rundschau" und im Pirnaer Stadtrat diffamiert. Die Hetzkampagne richtet sich dabei in einem Rundumschlag gegen alle zivilgesellschaftlichen Strukturen in Pirna.

weitere Links zum Text:

Broschüre "Nazistrukturen in der Sächsischen Schweiz" [AFA13]
Artikel auf Indymedia über den Hack des HSN
Artikel auf [AFA13] über den Hack des HSN
Bericht auf Spiegel-Online
Bericht auf Stern.de über Thomas Rackow


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